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Design24.07.2026 · 6 Min

Leichte Sprache auf der Website: was das ist und wann du sie brauchst

Leichte Sprache macht Inhalte für Millionen Menschen verständlich — und ist seit 2025 auch ein Rechtsthema. Was dahintersteckt und wie du es sinnvoll umsetzt.

„Leichte Sprache“ hört man immer öfter — spätestens, seit Barrierefreiheit auch für Unternehmen zum Gesetz geworden ist. Aber was genau ist das eigentlich, für wen ist es gedacht, und musst du dich als Betrieb wirklich damit beschäftigen? Hier bekommst du einen ehrlichen Überblick ohne Fachchinesisch.

Leichte Sprache ist nicht dasselbe wie einfache Sprache

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber Unterschiedliches. Leichte Sprache folgt einem festen, geprüften Regelwerk und richtet sich an Menschen, die Texte sonst gar nicht verstehen könnten. Einfache Sprache ist die weniger strenge Variante für ein breites Publikum, das es einfach gern unkompliziert hätte.

  • Leichte Sprache: strenges Regelwerk, sehr kurze Sätze, wird von der Zielgruppe geprüft, oft mit dem Leichte-Sprache-Siegel gekennzeichnet.
  • Einfache Sprache: klar und verständlich, erlaubt aber etwas längere Sätze und Nebensätze — gut für die meisten Website-Texte.

Ein Beispiel sagt mehr als tausend Regeln

Am besten sieht man den Unterschied direkt. Schalte im folgenden Beispiel zwischen einem typischen Amtsdeutsch-Satz und derselben Aussage in Leichter Sprache um — inklusive der Bilder, die den Text unterstützen:

Probier's aus: Amtsdeutsch wird Leichte Sprache

Derselbe Inhalt, zweimal. Schalte um und sieh den Unterschied — und wie echte Leichte-Sprache-Bilder den Text tragen.

TelefonRufen Sie uns an.
UhrWir sind Montag bis Freitag da. Von 9 bis 17 Uhr.
KalenderWir suchen einen Termin für Sie. Das dauert höchstens 2 Tage.
Daumen nach obenPasst der Termin? Dann sagen Sie: Ja.
DokumentWir schicken Ihnen alle wichtigen Infos.
HausSie kommen dann zu uns ins Büro. Wir sagen Ihnen den Weg.
6 kurze Sätze · je ein Gedanke · Bild als Stütze · große Schrift
Bilder: ARASAAC · Government of Aragón · CC BY-NC-SA

Bilder, die den Text tragen

Dir ist im Beispiel sicher aufgefallen: In Leichter Sprache steht neben fast jeder Aussage ein Bild. Das ist kein Schmuck, sondern Teil des Konzepts. Ein einfaches, eindeutiges Symbol — ein Telefon, eine Uhr, ein Haken — hilft dem Gehirn, die Aussage schneller zu erfassen und im Gedächtnis zu behalten.

Wichtig ist, dass die Bilder eindeutig sind und immer dasselbe bedeuten. Ein Symbol, das mal dies und mal jenes heißt, verwirrt mehr, als es hilft. Es gibt dafür eigene, geprüfte Bild-Sammlungen; für einen professionellen Auftritt lohnt sich ein einheitlicher Satz an Symbolen, der zur Marke passt — genau wie die kleinen Piktogramme oben.

Für wen Leichte Sprache gedacht ist

Leichte Sprache hilft weit mehr Menschen, als man auf den ersten Blick denkt. Dazu gehören:

  • Menschen mit Lernschwierigkeiten oder kognitiven Einschränkungen
  • Menschen mit Demenz
  • Menschen, die gerade erst Deutsch lernen
  • Menschen mit geringer Lesekompetenz — laut Studien betrifft das Millionen Erwachsene in Deutschland

Der schöne Nebeneffekt: Klar strukturierte, verständliche Texte tun allen gut. Auch wer eilig auf dem Handy überfliegt, dankt es dir.

Die wichtigsten Regeln — in aller Kürze

Damit du ein Gefühl bekommst, worum es geht, hier die Grundprinzipien der Leichten Sprache:

  • Kurze Sätze — nur ein Gedanke pro Satz.
  • Aktiv statt Passiv, bekannte Alltagswörter statt Fachbegriffe.
  • Keine verschachtelten Nebensätze, keine bildlichen Redewendungen.
  • Schwere Wörter erklären; lange Wörter mit Bindestrich trennen (zum Beispiel Bundes-Tag).
  • Große, gut lesbare Schrift, linksbündig, viele Absätze und unterstützende Bilder.
  • Zahlen und Daten einfach halten — keine Prozente, keine komplizierten Jahreszahlen.

Teste einen Satz selbst

Theorie ist das eine — probier es aus. Tipp unten einen Satz ein (oder nimm den vorgeladenen Amtsdeutsch-Satz) und schau, wo die Faustregeln der Leichten Sprache anschlagen. Das ersetzt keine geprüfte Übersetzung, macht die Prinzipien aber sofort greifbar:

Probier's aus: Wie leicht ist dein Satz?

Tipp einen Satz ein — der Prüfer schaut nach ein paar Faustregeln der Leichten Sprache. (Grobe Einschätzung, kein Ersatz für eine geprüfte Übersetzung.)

0%73 Wörter · 4 Sätze
Satzlänge
Zu lang — im Schnitt 18 Wörter. Ziel: höchstens 8–12.
Lange Wörter
14 lange Wörter (z. B. „Inanspruchnahme“) — trennen oder ersetzen.
Passiv
2× mögliches Passiv (z. B. „wird“). Besser aktiv: „Wir …“.
Schachtelsätze
2× Nebensatz-Signal (z. B. „welche“). Lieber in mehrere kurze Sätze teilen.

Muss ich das? Ein ehrlicher Blick aufs Gesetz

Hier lohnt sich die genaue Unterscheidung, denn die Rechtslage ist nicht für alle gleich. Öffentliche Stellen wie Behörden sind schon länger verpflichtet, zentrale Informationen in Leichter Sprache und in Gebärdensprache bereitzustellen (BITV 2.0).

Für Unternehmen gilt seit dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das die europäische Barrierefreiheits-Richtlinie umsetzt. Es betrifft vor allem verbrauchernahe digitale Angebote — etwa Online-Shops, Buchungen oder Bankdienstleistungen. Wichtig zu wissen: Das BFSG verlangt Barrierefreiheit nach anerkannten Standards (WCAG), zu denen verständliche Sprache gehört — eine vollwertige Übersetzung in Leichte Sprache ist für private Anbieter aber nicht pauschal Pflicht. Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen teilweise ausgenommen; darauf blind verlassen würde ich mich aber nicht.

Mein pragmatischer Rat: Für die meisten Betriebe ist gut gemachte, verständliche Sprache der richtige und verhältnismäßige Weg — und wo es passt oder gefordert ist, ergänzt man gezielt Leichte Sprache.

Was das für deine Website konkret heißt

Barrierefreiheit ist ohnehin mehr als nur Sprache — und vieles davon baue ich bei jedem Projekt von vornherein ein:

  • Klare Struktur mit sauberen Überschriften, damit Screenreader und Menschen sich zurechtfinden.
  • Gute Kontraste und ausreichend große Schrift (dazu gibt es sogar ein kleines Tool in meinem Farben-Beitrag).
  • Bedienbarkeit per Tastatur und aussagekräftige Alt-Texte für Bilder.
  • Verständliche Texte — und auf Wunsch eine Seite in Leichter Sprache.

Häufige Stolperfallen

Wenn Betriebe Leichte Sprache selbst angehen, sehe ich oft dieselben Fehler. Diese kannst du dir sparen:

  • Leichte Sprache mit einem Übersetzungs-Tool „nachbauen“ — das geht schief, weil die Regeln inhaltlich sind, nicht wörtlich.
  • Nur die Schrift größer machen und meinen, das sei schon Leichte Sprache.
  • Die Leichte-Sprache-Seite verstecken — sie gehört gut sichtbar in die Navigation, nicht ins Fußzeilen-Kleingedruckte.
  • Bilder wahllos einsetzen — sie müssen eindeutig sein und immer zur Aussage passen.
  • Denken, es sei ein einmaliges Projekt — auch die Leichte-Sprache-Inhalte müssen aktuell bleiben.

Wie ich dabei helfe

Ehrlich gesagt: Eine echte Übersetzung in Leichte Sprache gehört in die Hände von geschulten Übersetzer:innen und wird idealerweise von Menschen aus der Zielgruppe geprüft. Das ist ein eigenes Handwerk. Was ich übernehme, ist alles drumherum: die technisch barrierefreie Umsetzung, die passende Seitenstruktur, die gute Lesbarkeit und die saubere Einbindung der Leichte-Sprache-Inhalte. Bei Bedarf hole ich die richtigen Fachleute aus meinem Netzwerk dazu.

Wenn du wissen willst, wo deine Website beim Thema Barrierefreiheit steht und was ein sinnvoller nächster Schritt wäre, schreib mir einfach — das erste Gespräch ist wie immer kostenlos.

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Schreib mir kurz, worum es geht — ich melde mich zeitnah zurück. Das erste Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.